Goldschmuck ist zur Zeit aufgrund der Preisentwicklung fast absurd teuer – einfache Ketten und Colliers, industriell hergestellt ohne Schnickschnack, kosten ohne Weiteres gern 2000 oder 3000 Euro. Wer soll das von einem normalen Gehalt eigentlich noch bezahlen?

Darauf kann man auf verschiedene Arten reagieren:

Preise vergleichen

Zum Einen muss man nicht beim Luxus-Juwelier kaufen, sondern kann Markenschmuck bzw. einfacher gestaltete Industrieware bei einem kleineren Juwelier ansehen und dann auch einen Preisvergleich für ähnliche Stücke durchführen, in dem man mehrere Geschäfte besucht. Bei gleicher Gold-Legierung (also 333, 585 oder 750) sollten sich Gewicht und Machart der Stücke natürlich nicht zu sehr unterscheiden.

Dieses Jahr noch kaufen

Weil viele Juweliere ihre Preise nicht der Marktentwicklung anpassen, sondern die auf Lager liegenden Artikel zunächst abverkaufen, lässt sich zur Zeit sogar das eine oder andere Schnäppchen schlagen, weil der Materialpreis bei Goldschmuck innerhalb dieses Jahres so exorbitant gestiegen ist. Vielleicht ist also der Goldankaufs-Preis, den man für das neue Stück erreichen könnte, gar nicht so weit vom Kaufpreis entfernt?!

Nächstes Jahr funktioniert das sicherlich nicht mehr so. Juweliere haben mir auch schon erzählt, dass die neugeorderte Ware bereits deutlich sparsamer hergestellt ist – dünnere, leichtere Goldbleche und -Drähte wurden für die Herstellung verwendet. Noch mehr geringwertige Legierungen wie 333er Gold werden wohl gekauft werden.

Wird es wieder günstigeren Goldschmuck geben?

Der Gegentrend kann nur kommen, wenn sich beim Goldschmuck in Deutschland eine ähnliche Handhabung durchsetzt, wie in den orientalischen Ländern: stärker am Gesamtgewicht des Goldschmuckes orientiert, der auch großen Anteil an der Preisgestaltung hat. Die bekannten Armreifen zur Hochzeit werden z.B. für 42 € das Gramm verkauft – 33 € ist zur Zeit der Kurs für das gelbe Metall als verarbeitungsfähiges Feinmetall. Die Armreifen sind aus ca. 900er Gold legiert – Herstellungskosten werden also bei 9-15 Euro pro Gramm für einen einfachen Armreifen angesetzt. Mehr können die Handwerker im orientalischen Raum anscheinend nicht durchsetzen.

Trotzdem Schmuck schenken?

Eine weitere Möglichkeit, den hohen Goldpreis beim Kauf von Schmuck zu vermeiden ist, eben kein Gold zu kaufen. Anstatt nun aber auf Modeschmuck auszuweichen, der beim geringsten Schaden sofort zu Müll mutiert, sollte man Silber in Erwägung ziehen:

Schöner Schmuck wird auch aus Silber hergestellt – und auch der Silberpreis ist in den letzten Monaten geradezu explodiert. Genauer ist der Silberpreis sogar stärker gestiegen als der Goldpreis – aber die Preis-Verhältnisse liegen eben eher in der industriellen Verwendung. Silberschmuck ist immer noch spürbar günstiger als Goldschmuck, aber als werthaltiges Edelmetall lohnt sich auch das Recycling und es kann als nicht mehr getragener Schmuck sogar wieder zur Scheideanstalt, die erneut gebrauchsfähige Halbfabrikate daraus herstellt.

Verglichen mit dem Modeschmuck aus unedlen Metallen bekannter Marken ist es noch nicht einmal teurer – dafür aber eben ein Edelmetall. Individuell verarbeitet ist es Schmuck, den nicht jeder hat.

Vergoldetes Silber

Es lässt sich hervorragend vergolden und sieht dann genauso schön aus wie Goldschmuck, kostet aber nur einen Bruchteil davon. In alter Zeit nannte man das vergoldete Silber mit dem französischen Wort „Vermeil“. Das hört sich gleich viel wertvoller an, nicht wahr?

In den Schmuckläden heute ist es an der Silberstempelung erkennbar: Unter 925 Sterling Silber sollte nichts Vergoldetes gekauft werden. Es verliert sonst zu schnell seinen Wert. Dagegen lassen sich Sterling-Silber-Schmuckstücke auch nochmals vergolden, wenn sich die Vergoldung abgerieben haben sollte. Oder man gibt solchen Schmuck ebenso wie Altgold, Zahngold und Bruchgold in die Scheideanstalt zur Verwertung. Das ist etwas, was mit Modeschmuck nie möglich wäre.