Häufig verlassen sich Verbraucher auf die Goldpreise im Goldankauf, die auf Webseiten veröffentlicht werden und glauben, damit einen realistischen Preisvergleich zwischen verschiedenen Händlern zu machen. Schliesslich wendet man das gleiche Verfahren an, wenn man eine Waschmaschine oder einen Fernseher kauft. Leider funktioniert es so nicht. Warum nicht? Weiterlesen

Goldschmuck ist zur Zeit aufgrund der Preisentwicklung fast absurd teuer – einfache Ketten und Colliers, industriell hergestellt ohne Schnickschnack, kosten ohne Weiteres gern 2000 oder 3000 Euro. Wer soll das von einem normalen Gehalt eigentlich noch bezahlen?

Darauf kann man auf verschiedene Arten reagieren: Weiterlesen

Altgold, Bruchgold und auch Zahngold enthält Edelmetalle, die sich lohnen: auch für Privatleute! Solche Metallreste gehen den Weg in eine Scheideanstalt, die aus den verschiedenen Legierungen mit unedlen Metallen die Edelmetalle wieder herauslöst und zu Feinmetallen weiter verarbeitet.

Solche Edelmetalle aus Recycling sind aktiver Umweltschutz, an dem die Kunden von Goldankäufern und Scheideanstalten direkten Anteil haben: Der Börsenkurs der enthaltenen Edelmetalle kann zwar nicht gezahlt werden, weil die aufwendige Aufarbeitung notwendig ist. Aber neben einem finanziellen Ausgleich für den Verkäufer bringt jedes Gramm Edelmetall, das in einer Scheideanstalt wieder dem Wertkreislauf zugeführt wird, einen direkten Nutzen für die Umwelt. Denn eine Förderung aus den Minen dieser Welt bedingt einen enorm hohen Preis für die Umwelt und die Menschen in den Ländern, wo nach diesen wertvollen Metallen geschürft wird. Pro Gramm Gold z.B. wird ca. 1 Tonne Erde bewegt, also herausgerissen, zerkleinert, mit Zyanid oder Quecksilber verseucht und anschliessend abgelagert. Dabei entstehen nicht nur giftiger Abraum, sondern auch Gesundheitsschäden bei den dort lebenden Menschen.

Schmuckhersteller und andere Edelmetall-Verbraucher aus der Industrie kaufen zum Börsenkurs das Rohmaterial von Scheideanstalten an und können auf diese Weise den Raubbau an der Natur reduzieren. Es gibt inzwischen sogar Schmuckhersteller, die ganz auf Edelmetalle aus Recycling setzen und damit ein besonderes Bewusstsein für unsere Erde und die Wertkreisläufe zeigen.

Auch als Verbraucher oder Privatverkäufer kann man sich entscheiden, ungetragenen Schmuck, Altgold, Zahngold oder auch ungenutztes Tafelsilber zurück in den Kreislauf zu geben. Nicht nur Notsituationen, in denen man auf das Geld aus so einem Verkauf angewiesen ist,  sondern auch die Idee der Wiederverwertung kann Grund für den Verkauf von Privat sein:  Solches Rohmaterial zu liefern für neue, schöne Dinge, deren Herstellung nicht auf den Raubbau an der Natur angewiesen ist. Das ist fast so wie das Wegtragen der Glasflaschen und Blechdosen zum Sammelcontainer, nur das man auch als Privatmensch am Erlös aus den Rohstoffen beteiligt wird. Und das ist eine schöne Belohnung einer guten, umweltbewussten Tat.

Letztes Jahr im September hat Gold ein neues Hoch von 1.000 US-Dollar je Unze erreicht und ich hatte mich gründlich verschätzt, was die Weiterentwicklung anging.

Im Laufe des Juli haben wir dieses Jahr ein Absinken des Kurses gesehen, der seit Mai verstärkten Aufwind hatte und insgesamt gesehen seit ca. 5 Jahren kräftig gestiegen ist. Zur Verunsicherung und dem Kursabfall im Juli hat die FTD am 30.07.2010 einen aufklärenden Artikel veröffentlicht, der einmal mehr klarmacht, was den Goldpreis bewegt: Marktbewegungen im Tonnenbereich, durch Banken oder Staaten verursacht.

Mit Aufmerksamkeit kann man die Bemühungen Chinas betrachten, den Yuan bzw. Renminbi (so nennt sich die Währung, Yuan ist die Geldeinheit) als Weltwährung stärker zu etablieren. Hier wird sich in Zukunft noch einiges tun, da die USA über kurz oder lang ihre beherrschende Stellung in der Weltwirtschaft an das Reich der Mitte abgeben werden. Die Abkoppelung des Yuan vom US$ ist ein einzigartiger Schritt, der ganz folgerichtig in dieser Zeit vollzogen wurde. China hält allerdings vergleichsweise geringe Goldvorräte, da es schwer in US$ investiert ist. Sollten hier Umschichtungen anstehen, werden die Auswirkungen gewaltig sein und zu Turbulenzen in allen Wirtschaftsräumen, also auch der EU, führen. Wenn Chinas Immobilienblase platzen sollte, wackeln auch hier wieder Banken.

Wie wird sich nun der Goldpreis entwickeln? Er schwankt seit Mai bei ca. 1.200 US$ pro Unze. Ich persönlich tippe auf weiteren, moderaten Anstieg – Analysten sehen Gold im Jahr 2011 bei etwa 1.600 US$ die Unze. Das deutliche Gefälle der US-Wirtschaft zur restlichen Wirtschaftswelt und die Angst vor einer weiteren Depressions-Runde hielte den Goldkurs hoch und sorgt für weiteren Anstieg. Tatsächlich wird in den kommenden Monaten wieder verstärkt die Schmuckproduktion anlaufen und sich auf den Preis auswirken.

Für den Kurs bestimmender waren in diesem Jahr aber die Angst vor Inflation und schwankenden Aktienkursen, niedrige Zinsen, die Euro-Krise und der schwache Dollar, nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Alle diese Ängste werden auch in der nächsten Zukunft den Preis beeinflussen.

Wer die Zeit des hohen Goldkurses nutzen will, um Altgold, Bruch- oder Zahngold in Bargeld zu verwandeln, der sollte sich, wie bereits von den Verbraucherschutz-Organisationen geraten, gründlich informieren: Das Altgold muss einen langen Weg zurück legen, bis es zu Feingold geschieden ist und wieder am Goldmarkt teilnehmen kann. Die Wahl des Ankaufpartners ist daher die wichtigste Entscheidung und kann nicht nur vom ausgelobten Goldankaufspreis abhängig gemacht werden. Unseriöse Lockpreise stellen den ausschließlich preisbewussten Verkäufern gerne unbemerkt ein Bein bei der Suche nach der besten Ankaufsmöglichkeit.

Am direktesten können daher auch Privatleute mit einer Scheideanstalt zusammen arbeiten und so ohne Zwischenhandel vom steigenden Goldkurs profitieren. Sogar für Altgold gilt: Es eignet sich durchaus für die kleine, private Spekulation auf einen steigenden Goldkurs – wenn man unseriösen Zwischenhandel ausschalten kann.

Getüddel sacht man in Norddeutschland, wenn’s ein bisschen unübersichtlich wird:

Die Deutsche Bank hat anscheinend mit falschen Verkaufsaufträgen in Höhe von schlappen 150 Milliarden Euro den Nikkei fast platzen lassen. Nachdem ein Großteil der Orders gar nicht ausgeführt wurden, ist der finanzielle Verlust für die Deutsche Bank zu verschmerzen. Die Japaner blicken aber wohl einigermaßen düpiert nach Frankfurt…

Nachdem Anfang Mai ebenfalls ein Computerfehler (ein sogenannter „Fat Finger“) für die Schwankungen der US-Börse verantwortlich gemacht wurde, stehen nun doch wirklich mal internationale Gespräche über die Sicherheit und die Einflüsse des Börsenhandels auf ganze Staaten auf dem Tapet, oder?